Die Wende und danach
1989 die Zeit der Wende und danach Ansicht Produktionshalle
1989 die Zeit der Wende, alte Strukturen brechen auch im damaligen Karl-Marx-Stadt über Nacht zusammen, Lieferanten und Kunden der Federnfabrik hören auf zu existieren.
Im Frühjahr 1990 reichte der Liberaldemokrat Siegfried Weigel, 5facher Aktivist der sozialistischen Arbeit und Enkel des Firmengründers beim Wirtschaftsrat des damaligen Karl-Marx-Stadt den Antrag zur Reprivatisierung des Unternehmens ein.
Der erste Anlauf scheiterte an einer überhöhten Kaufpreisforderung der Treuhandanstalt, die sich jedoch gezwungen sah, ihn faktisch als Angestellten zu beschäftigen, da der Betrieb ja weiter unter seiner Leitung stand.
So forderte der später einem Attentat zum Opfer gefallene Treuhandchef Rohwedder seinen Lebenslauf und wiederum war Siegfried Weigel “geeignet”, als Geschäftsführer den Betrieb zu leiten.
Mit Wirkung zum 1. Mai 1990 ging die Alfred Weigel KG Federnfabrik wieder in Familienbesitz über. Die von der Treuhandanstalt ausgesandten “Berater” malten die Zukunft des Unternehmens in düsteren Farben. Expansion und Verstärkung der Akquisition waren die Zauberwörter mit denen das Weigel-Schiff in die stürmische See der sozialen Marktwirtschaft starten sollte.
Doch die Chemnitzer Unternehmerfamilie blieb ihrer Firmenphilosophie bis heute treu.

